Liebe Film- und TV-Schaffende,

immer wieder werden wir von der Politik gefragt: „Wie schlimm ist es eigentlich genau?“. Bisher konnten wir das nur vage beantworten - belastbare Zahlen lagen nicht vor.

Doch nun ist es soweit: Die mit uns alliierten „Filmschaffenden“ starten ihre große, deutschlandweite Umfrage zur Zufriedenheit in unseren Berufen. Es geht um Honorare, Arbeitsbedingungen, Arbeitsklima, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Auswirkung auf die Gesundheit und vieles mehr. Erfasst wird auch der regionale Bezug, es wird also möglich sein, negative „Hotspots“ auszumachen, zum Beispiel für Unterbezahlung oder schlechten Arbeitsschutz. Das sorgt für Argumente, um Änderungen anzumahnen.

Wir möchten Euch daher alle DRINGEND AUFFORDERN, dabei mitzumachen und realitätsnah Eure Situation zu schildern. NEHMT EUCH BITTE EIN PAAR MINUTEN ZEIT, DAS IST ES WERT!!! Und vor allem: seid ehrlich und schonungslos! Niemandem nutzt es, wenn wir uns das Leben schön reden. Diese Umfrage jedoch hat das Potenzial, mit ihren Ergebnissen die Politik aufzurütteln. Wobei es natürlich nicht unwahrscheinlich ist, dass wir dazu später noch etwas nachhelfen müssen :-)

Hier geht es zur Umfrage!

Vielen Dank!

Euer fairTV-Team

Seit Bekanntwerden der Aktion von Thüringer TV- und Filmschaffenden und der Veröffentlichung des Forderungskataloges erreicht uns eine Flut von Sympathie- und Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland.

Neben privaten Anrufen und E-Mails von Kollegen aus der Branche wurden auch die Bundesverbände aktiv. So startete der BVFK-Süd aus München einen Aufruf, Frau Prof. Karola Wille gegenüber direkt den Unmut über die generelle Situation mitzuteilen und veröffentlichte in dem Zusammenhang ihre MDR-Email-Adresse. Wir bekommen die Texte in Kopie und sammeln schon fleißig, um vielleicht hier später Auszüge vorzustellen.

Währenddessen hat der BFS sich direkt der Intendanz des MDR gegenüber geäußert mit dem Text:
„Der Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) unterstützt die Forderungen der TV- und Filmschaffenden aus Thüringen, die unter folgendem Link veröffentlicht sind, vorbehaltlos und wird dies auch den Mitgliedern des Verbandes kommunizieren.“

Wir finden das großartig. Auch von uns noch einmal ein lautes „Dankeschön“ an die Thüringer Kollegen, die unter Gefährdung ihrer Existenz deutschlandweit ein Zeichen gesetzt haben. Es macht sie ein wenig zu Stars in der Branche, und das haben sie verdient!

Euer fairTV-Team

Wir alle sind uns einig: dies sind wegweisende Tage für die Film- und Fernsehlandschaft in Mitteldeutschland. Und auch bundesweit wird ein Signal gesetzt: Schluss mit dem Prädikat „Film- und TV-Billigland“! Die Sender müssen reagieren und ihre Budgets deutlich erhöhen! Woher das Geld kommen soll? Dafür gibt es Ideen, zum Beispiel in diesem Brief der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände, an dem fairTV beteiligt war. Aber werden die Sender die Notwendigkeit freiwillig erkennen? Wir wissen es nicht.

Daher dürfen vor allem die Thüringer Kollegen nach dieser Aktion nicht locker lassen. Strategie, bedachtes Handeln, vor allem aber ein langer Atem werden nötig sein, um auch die langfristigen Ziele mit Kraft verfolgen zu können. Darüber wollen wir beraten, die Aktion auswerten, zukünftige Schritte planen und vielleicht auch ein wenig feiern. :-)

fairTV lädt daher alle beteiligten und interessierten Film- und TV-Schaffenden am kommenden Montag (28.9.) ab 19.30 Uhr nach Erfurt ins Cafe del Sol in der Weimarischen Straße 20 ein.

Euer fairTV-Team

Nachdem am Freitag bereits in der MDR-Zentrale ein Warnstreik den Sendebetrieb lahm legte, befinden sich nun viele freie und selbstständigen TV- und Filmschaffende in Thüringen in einer Art Ausstand. Bis einschließlich Mittwoch werden sie nach eigenen Angaben keine neuen Aufträge des Landesfunkhauses Thüringen, der dortigen MDR-Tochterfirma „MCS“ oder anderer Produzenten ausführen. Bereits heute (Di) bestand nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Quellen Personalnotstand, Teams und Schnittplätze mussten teuer aus weiter entfernten Gegenden eingekauft werden. Morgen (Mi) wird die Situation möglicherweise noch dramatischer.

Zu verstehen ist die spontan entstandene Aktion als Warnung an den MDR: In Thüringen kann es so nicht weitergehen! Der MDR muss die dortigen Produzenten durch deutliche Budgetanpassungen in die Lage versetzen, ihre freien und selbstständigen Mitarbeiter fair zu bezahlen. Auch muss das andauernde Honorar-Dumping durch die Tochterfirma MCS umgehend gestoppt werden. Und schließlich muss die sogenannte „Rankingliste“, nach der ohne Berücksichtigung von Qualifikation, Erfahrung und Begabung des Personals immer automatisch der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt, sofort abgeschafft werden.

Wir von fairTV begrüßen die Aktion und unterstützen die Kollegen mit unserer mehrjährigen Erfahrung und dem breiten Netzwerk unserer Organisationslogistik. So ist zum Beispiel der Forderungskatalog mit Anschreiben ein Ergebnis gemeinsamer Arbeit mit den Thüringern. Aber wir sind nicht die einzigen. Auch der Produzentenverband MFFV und die (bundesweite) Allianz unabhängiger Filmdienstleister AUF sind mit im Boot und stehen mit Rat und Tat zur Seite. So gab es seitens der Thüringer Produzenten viel Verständnis für die Aktion. Für alle ist es kaum nachvollziehbar, dass bei stetig steigenden Gebühren dennoch bei denen, die das Programm gestalten, immer weniger ankommt.

Die genauen Forderungen wurden den entsprechenden Verantwortlichen des MDR bereits zugeschickt und sind u.a. hier öffentlich einsehbar.

Für Kommentare nutzt bitte gern unser Forum.


Euer fairTV-Team

Rund 1,5 Milliarden Euro! Soviel Gebührenüberschuss soll die Umstellung auf die Haushaltsabgabe zwischen 2013 bis 2016 einbringen. Das belegt der Jahresabschluss des Beitragsservice, ehemals als GEZ bekannt. Die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V. hat sich kürzlich mit einem offenen Brief an die Medienverantwortlichen in Bund und Ländern, die Verwaltungs-, Rundfunk- und Fernsehräte gewandt. 17 führende Kreativverbände, darunter auch fairTV haben diesen öffentlichen Brief unterzeichnet und fordern einstimmig:


"Eine Investition ins Programm muss erfolgen, die den Produzenten wieder eine sorgfältige Vorbereitung und Realisierung der fiktionalen und dokumentarischen Stoffe erlaubt, den Filmschaffenden – ob abhängig oder selbständig beschäftigt – wieder eine Berufsperspektive ohne allzu große Existenzsorgen ermöglicht.

Bisher legen häufig schon die Konditionen der Auftragsvergabe den Grundstein für systematischen Gesetzes- und Tarifbruch durch die Produktionsfirmen.

Nun hat eine gerechte Bemessung der Haushaltsabgabe die Mittel bereitgestellt, der Misere ein Ende zu setzen. Produktionsaufträge könnten zu Konditionen erfolgen, die die Einhaltung tariflicher und gesetzlicher Bestimmungen ermöglichen, ohne dass die Existenz der Produktionsfirma aufs Spiel gesetzt wird.

[…]

Wir, die Unterzeichnenden, appellieren mit Nachdruck an die politisch Verantwortlichen in den Ländern und an die in den Rundfunkanstalten zuständigen Gremien und Entscheider, nicht auf Kosten der Produktionsetats oder durch weitere Ausgliederungen in die über 170 privatrechtlich geführten Tochterunternehmen zu sparen. Die in den Rundfunk-Staatsverträgen festgeschriebenen Aufgaben und die Vielfalt, einhergehend mit einem sinnvollen Qualitätsverständnis ohne übertriebenes Quotendogma sollten wieder das Maß der Dinge werden. Nur eine Investition ins Programm und die korrekte, gesetzestreue Mittelverwendung unter Beachtung eines fairen Wettbewerbs kann eine Ausdünnung der deutschen Filmwirtschaft stoppen und die Abwanderung fähiger Köpfe in andere Bereiche aufhalten, kann Ausbildung und Perspektive in der Branche wieder einen Sinn geben.
Die Mittel sind da. Verfügen Sie darüber im Sinne der deutschen Fernsehzuschauer und im Sinne derer, die für sie arbeiten!"



Der gesamte Brief ist hier zu finden.

Bei einem spontanen Treffen von Reinhold Dienes, Vorstandsmitglied des Dachverbandes „Die Filmschaffenden – Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände“ mit unserem Vorsitzenden Guntram Schuschke wurde heute sehr schnell klar: es gibt viele gemeinsame Ziele. Auch die fairTV-Strategien stießen auf positive Resonanz, insbesondere deren Ausrichtung auf die Probleme von Selbstständigen, welche sich mangels gewerkschaftlicher Unterstützung oft in schlechter Verhandlungsposition befinden. Das wird nicht selten ausgenutzt, was zum allgemeinen Preisverfall beiträgt und so ein Problem der gesamten Film- und TV-Branche darstellt, unabhängig von der Kooperationsform.

Im Gespräch ist die mögliche Zusammenarbeit u.a. bei einer Umfrage der Filmschaffenden und unseren Projekten „fairFILM-Siegel“ und „EqualPay“, dem Pilotprojekt zur betriebswirtschaftlichen Vergleichbarkeit von tariflichen Festanstellungen mit Tagessätzen Selbstständiger und freier Mitarbeiter. Dazu erhoffen wir uns neben der geballten Kraft und Erfahrung mehrerer bundesdeutscher Filmverbände auch die Möglichkeit, unsere bereits im MDR-Sendegebiet erfolgreichen Strategien wie den „Musterbrief“ bundesweit breiter publik zu machen. Darin liegen viele Chancen, auch für unsere mitteldeutsche Region, die nach Jahren der Negativ-Schlagzeilen hier Vorreiter sein könnte.

Bereits bis zum Herbst soll die Kooperation genauer definiert werden, und auch über gemeinsame Möglichkeiten bei der Verleihung des „fairFILM-Award“ (ehemals „Hoffnungsschimmer“) auf der Berlinale 2016 wird nachgedacht. Vielleicht können wir dort einen Sonderpreis für eine besonders faire TV-Produktion vergeben. Dazu wird demnächst eine erweiterte Vorstandsklausur bei fairTV stattfinden.

„Die Filmschaffenden“ sind ein Dachverband, in welchem u.a. der BfS und der BVFK organisiert sind. 2007 in Berlin gegründet, vertritt er die übergreifenden gemeinsamen Interessen der Filmschaffenden in der Bundesrepublik Deutschland.

„Gut, dass Ihr das ansprecht und endlich angeht! Aber vor allem: dass Ihr Mut und Selbstbewusstsein schafft!“

„Warum gibt’s fairTV eigentlich nicht seit 20 Jahren, dann wäre hier vieles besser...“


Was hier fast nach Selbstlob klingt, steht lediglich stellvertretend für das durchgängig positive Feedback zum fairTV-Beitrag beim diesjährigen FILMSOMMER Sachsen. Das Referat unseres ersten Vorsitzenden Guntram Schuschke über die Angemessenheit von Honoraren in der Film- und Fernsehbranche streute nicht nur Salz in offene Wunden, vielmehr machte es vor allem Mut und schaffte erneut Bewusstsein für die dringend notwendige Arbeit unseres Vereins.

Dass fairTV mit seinen zukünftigen Vorhaben auf dem richtigen Weg ist, zeigte auch die anschließende Fishbowl-Diskussion mit Vertretern aus der Landespolitik. Neben u.a. Dirk Panter - Landes-Fraktions-Vorsitzender der SPD, Uwe Gaul - Staatssekretär Wissenschaft/Kunst, Manfred Schmidt – Chef der Mitteldeutschen Medienförderung und Sandro Viroli – MDR Landesfunkhausdirektor in Dresden waren auch etablierte Produzenten aus Sachsen zum Gespräch geladen. Zum Erstaunen der anwesenden Landespolitiker zeigten die Vorträge der AG-Animation und von fairTV eine erschreckende Tendenz: die unattraktive Honorarsituation und fehlende Sicherheiten sorgen schon jetzt für Abwanderung talentierter Kreativer aus Sachsen, Deutschland oder gleich den Filmberufen selbst. Einige etablierte Kollegen arbeiten bereits aktiv an ihrem Ausstieg, viele spielen mit diesem Gedanken und planen keine Zukunft mehr in den Film- und TV-Berufen, zumindest nicht in Sachsen. So verlieren wir unsere Besten - ein Problem, welches der Politik einen Strich durch ihr gern zitiertes „Filmland Sachsen“ machen könnte.

Umso mehr Aufmerksamkeit bekam die von fairTV geplante Aufklärungskampagne „EqualPay“, die eine annähernde Vergleichbarkeit von tariflich festgelegten Gehältern der Festangestellten in Sendern wie dem MDR mit Honoraren von Selbstständigen und Freien erreichen will. Auch unser Konzept für ein „fairFILM“-Siegel wurde interessiert aufgenommen und fand vor allem bei Politikern und Förderern am Diskussionstisch Zuspruch. Vor allem die mutige Idee, zukünftig Förderungen vermehrt von fairer Bezahlung abhängig zu machen, ließ die MDM aufhorchen und trug zum regen Kontaktaustausch nach der Diskussion bei.

fairTV ist nun also auch in der Landesregierung ein Begriff. Wir freuen uns auf spannende Gespräche zur Gestaltung einer vor allem für die Kreativen attraktiveren Film- und Fernsehbranche in Mitteldeutschland und hoffentlich darüber hinaus.

Zur Diskussion in unserem Forum geht es hier entlang.


Fotos: b.s.m.

"Made in Sachsen" ist ein lieb gewonnenes Attribut, welches Mitteldeutschland als Filmstandort attraktiv macht und mit dem die Politik gern wirbt. Damit das auch so bleibt, lädt der Filmverband Sachsen e.V. zum mittlerweile 8. FILMSOMMER unter dem Motto "Visionen Filmland Sachsen" ein - einem konstruktiven Branchentreff, der das Netzwerk aus hiesigen Filmemachern und Produzenten, ihren Förderern, sowie Vertretern aus Kultur und Politik stärken soll.

Faire Arbeitsbedingungen und finanzielle Absicherung der Filmschaffenden gehören zu den Grundvoraussetzungen, um das Pulsieren der mitteldeutschen Filmbranche überhaupt erst einmal gewährleisten zu können. Diesbezüglich decken sich die Interessen der Filmschaffenden mit denen der Fernsehschaffenden. Unser erster Vorsitzender Guntram Schuschke wird sich deshalb am Nachmittag im Rahmen eines aufschlussreichen Referates dem Thema widmen:

WAS IST FAIR? - Über die Angemessenheit von Honoraren in der Film- und Fernsehbranche, 3 Modelle

Der 8. FILMSOMMER findet am Dienstag, den 23. Juni 2015, auf dem Leipziger Mediencampus statt. Details zur Anfahrt gibt's hier. Weitere Informationen zum FILMSOMMER, sowie einen Überblick über das gesamte Programm könnt ihr hier einsehen.