Unbedingt! Dank fairTV arbeiten mitteldeutsche Editoren und inzwischen auch viele Kameraleute wieder 8 statt 10 Stunden am Tag für die Tagesgage. Zusätzliche Arbeitszeit ist Mehrarbeit und wird auch als solche bezahlt. Auch Aufschläge für Sonn- und Feiertagstätigkeit sowie Mehrarbeit sind problemlos durchsetzbar. Die reale Honorierung kreativer Arbeit hat sich seit der Gründung von fairTV deutlich verbessert: Um über 60% stieg seit 2012 die Tagesgage für alle selbstständigen Editoren im Großraum Leipzig, die in mutigen Verhandlungen oder durch Nutzung der fairTV®-Musterbriefe den Empfehlungen von fairTV konsequent gefolgt sind (unter Beachtung der Arbeitszeitverkürzung), was nur durch einen hohen Organisationsgrad durchgesetzt werden konnte. Waren 2012 noch 230 Euro für 10 Stunden Tätigkeit üblich, so können heute für 8 Stunden problemlos über 300 Euro aufgerufen werden. Ein regelmäßiger Inflationsausgleich inklusive Aufschlag für die Inflationsverluste der letzten 20 Jahre ist etabliert und wird von Auftraggebern zumeist akzeptiert, wobei ggf. Verhandlungen nötig sind.

Allerdings soll das nicht darüber hinweg täuschen, dass der Weg noch weit ist. Die Berufsverbände empfehlen Tageshonorare für erfahrene selbstständige Kameraleute und Editoren deutlich über 500 Euro, und auch eine Vorab-Version des fairTV-Projektes "EqualPay", das Selbstständigen-Honorare mit Gehältern von tariflich Festangestellten vergleicht, kommt auf mindestens 700 Euro Tagessatz, um gegenüber den Sendermitarbeitern sozial nicht benachteiligt zu sein. Auch werden angemessenere Honorare langfristig nur bundesweit durchsetzbar sein.

fairTV arbeitet daher seit 2015 auch eng mit den Berufsverbänden Film- und Fernsehen, Landes- und Bundespolitikern sowie Organisationsplattformen wie Crew-United zusammen, setzt sich mit Produzenten, technischen Dienstleistern und Sendervertretern auseinander und engagiert sich zunehmend in Gremien wie der Evaluierungskommission zum Eckpunktepapier 2.0 der ARD, um Verbesserungen zu erreichen. Auch initiiert oder beteiligt sich der Verein an Studien, die mehr Transparenz im Lohn-, Gehalts- und Honorargefüge der deutschen Fernsehanstalten und ihrer Auftragnehmer zum Ziel haben. Anstrengungen werden unternommen, um die Kompetenzen der Film- und Fernsehschaffenden in Betriebswirtschaft, Recht und Verhandlungsgeschick zu erhöhen, wozu neben der Zusammenarbeit mit Dozenten und Coaches auch der als Bildungsangebot zu verstehende Videoblog gehört.